2015 verkürzte Loire Tour


Tag 3

Von Frossay nach Champtoceaux

Champtoceaux, früher Châteauceaux, war im Mittelalter eine der wichtigsten Festungen Frankreichs, vor allem des Anjou gegenüber der Bretagne. In karolingischer Zeit gehörte sie zur Bretonischen Mark. Ein Felssporn, der sich 70 Meter über dem Fluss erhebt, war der Untergrund der Festung.

Gregor von Tours nennt Champtoceaux (lateinisch „Castrum Sellense“) eine der 25 wichtigsten Festungen der Gallier. Der dazugehörende Hafen, „Portus selus“, sicherte die Versorgung. Um 560 wurde ein Herzog Austrapius zum Bischof in Châteauceaux geweiht, das daraufhin kurzzeitig zum Sitz einer Unterdiözese des Bistums Poitiers wurde. Im 8. Jahrhundert empfing Pippin der Kleine hier die Botschafter des Kalifen von Bagdad.

Bis 942 gehörte Châteauceaux zum Poitou und wechselte dann in den Besitz von Alain II. Barbetorte, Herzog von Bretagne. Nach seinem Tod heiratete seine Witwe den Grafen von Anjou, wodurch Châteauceaux erneut den Besitzer wechselte. Im Jahr 988 befahl Graf Fulko Nerra von Anjou den Bau einer Festung, von der aus auch der Wegezoll erhoben wurde.

Die Burg wurde im Lauf der Zeit mehrfach belagert:

  • 1141 durch Gottfried Plantagenet, Graf von Anjou
  • 1173 durch Heinrich Plantagenet, König von England
  • 1224 durch Peter Mauclerc, Herzog von Bretagne
  • 1230 und 1234 durch König Ludwig IX.
  • 1341 durch den Herzog der Normandie, den späteren König Johann II.

Im Jahr 1420 schließlich wurde die Burg zerstört. Während der Bretonischen Erbfolgekriegs wurde Herzog Johann V. in Châmptoceaux gefangen gesetzt. Nach seiner Befreiung durch die Engländer befahl er die Zerstörung der Burg. Danach spielte Champtoceaux keine politische Rolle mehr.


Château de la Rousselière







Nantes


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Nantes an der Loire Bahnbrücke
Nantes an der Loire Bahnbrücke
Nantes an der Loire Autobrücke
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Auf der Höhe von Sainte-Luce-sur-Loire



Brücke bei Thouaré-sur-Loire



Weinhügeln der Vignoble nantais